Die Entwicklung der Gewaltbereitschaft in unserer Gesellschaft macht deutlich, dass das Thema "Gewalt" sehr ernst genommen werden muss. Zur Bekämpfung der Gewalt als gesamtgesellschaftliche Herausforderung sind die Politik, Eltern und Erzieher ebenso aufgerufen wie Schulen, Polizei und nicht zuletzt die Kinder und Jugendlichen selbst. Die Vielschichtigkeit der Ursachen von Gewalt erfordert von allen Verantwortlichen die Bereitschaft zur übergreifenden Zusammenarbeit. Eine Schiene kann dabei beispielweise die Ebene Schule-Eltern-Polizei sein. Um hier effektiven Erfolg zu erzielen, müssen vorhandene Ressourcen optimal ausgeschöpft und einzelne Maßnahmen wirkungsvoll aufeinander abgestimmt werden. Das Programm Polizeiliche Kriminalprävention hat sich dieser Herausforderung gestellt und in Zusammenarbeit mit anderen in der Jugendarbeit tätigen Organisationen sowie unter wissenschaftlicher Beratung die Handreichung "Herausforderung Gewalt" erarbeitet. Ausgehend von schultypischen Situationen werden darin - pädagogisch und didaktisch aufbereitet - Anregungen für einen kompetenten Umgang mit dem Phänomen "Gewalt" weitergegeben. So lernen Sie als Pädagogen, Sozialarbeiter und Präventionssachverständige sich anbahnende Gewaltkonflikte frühzeitig zu erkennen, ihre Ursachen zu erfassen und in Konfliktfällen angemessen zu reagieren. In den Jahren 1997 und 1998 hat die Polizei rund 50.000 Handreichungen produziert und bundesweit verteilt. Dabei wurden in Zusammenarbeit mit Schulverwaltungen unter vereinzelter Einbeziehung schuleigener Präventionsmedien auch gemeinsame Projekte umgesetzt.